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ZEIT-Reise 2018: Mit dem Bus von Shanghai nach Hamburg


Schon wieder?

4. Juli 2018

Das mag sich der oder die eine oder andere nun fragen. 

Es ist noch kein Jahr vergangen, seit Manfred und ich von unserer zweimonatigen Busreise aus China quer durch die Welt nach Hause zurückgekehrt sind. Direkt danach war es so erleichternd anzukommen, zu wissen, wo der eigentliche Lebensmittelpunkt zu sein scheint, wo man sich in Gewohnheiten zurückfallen lassen konnte und wo sich alles so vertraut anfühlte. Nach und nach jedoch spürte ich, dass dem nicht ganz so war. Die lange Reise durch für mich exotische Länder, Kulturen und Landschaften und die zwischenmenschlichen Eindrücke hatten mich sanft aber nachdrücklich verändert.

Immer wieder fluteten Erinnerungsfetzen hoch, Momente von kleinen und großen Begegnungen und Erlebnissen, Landschaftsbildern, Stimmungslagen. Mir wurde klar, dass sich tatsächlich etwas grundlegend verändert hatte. Kurz und gut: Konsequenterweise löste ich meinen Laden auf, um mich neu zu orientieren, befinde mich momentan in einem neuen Fernstudiengang und stehe gespannt vor neuen Herausforderungen. 

Doch die Unruhe blieb. Stetig gab es kleine Anstupser, die das noch nährten: Gespräche und Treffen mit den "ZEIT-Reisenden" der Truppe 2017, das neue Buch von Gabriele Krone-Schmalz, das Eintreffen der Reise-Tagebücher der ZEITreisen und eines ehemaligen Mitreisenden, unsere Foto-Vorträge vor Freunden, Kollegen, Rotary etc., aber vor allem anderen: Sehnsucht. Sehnsucht danach, alte Träume zu verwirklichen (nicht umsonst habe ich Slavistik studiert), einmal eine Pionierreise mitzumachen (ist ja schon per se ein kleines Abenteuer) oder einfach: für sich selbst neue Grenzen zu stecken.

So, die Reise von Shanghai nach Hamburg per ZEIT-Bus ist nun also tatsächlich gebucht. Es gibt kein Zurück. Morgen geht es los.


TAG 1

5. Juli 2018

 

Heute, an unserem Hochzeitstag, macht uns Aeroflot ein ganz besonderes und unerwartetes Geschenk. Nachdem wir mit über einer Stunde Verspätung losgeflogen sind fliegt die Maschine so viele Schleifen über Moskau, dass wir unseren Anschlussflug nach Shanghai am Ende nicht mehr erreichen können. Erste Enttäuschung weicht den Angeboten der Fluglinie: Ein paar tausend Rubel zum Speisen, eine Übernachtung im Hotel auf dem Flughafengelände (und nicht auf engen Flugzeugsitzen) und ein Upgrade in die Business class!

Also feiern wir diesen besonderen Tag im Irish Pub auf dem Transitgelände des Flughafens und freuen uns auf den morgigen Tag! Wenigstens freuen sich dessen Betreiber, dass sie lernen, wie man ein richtiges Black N'Tan herstellt.


Tag 2

6. Juli 2018

Diesmal läuft alles wie am Schnürchen. Der Tag ist allerdings kurz, denn auch wenn wir bereits gegen 10 Uhr losfliegen und nur 8 Stunden wohlbetreut und richtiggehend verwöhnt in der Luft schweben, landen wir aufgrund der Zeitverschiebung erst um 23:30 Uhr in Shanghai. Die Metropole hat uns wieder! Auf dem Foto fliegen wir gerade über die Mongolei, die wir uns in Kürze genauer anschauen werden.

Aber nun gilt nur eines: Das gemütliche Bett im Grand Kempinski lässt uns in wohligen und verdienten Schlaf versinken...



Tag 3

7. Juli 2018

Ganz ganz früh, noch bevor wir schlaftrunken aus dem regentropfenbetupften Fenster auf den träge fließenden, grauen Huangpu hinab blicken, denken wir an Gudruns Geburtstag und singen ihr wohlklingende Hymnen auf Telegram. Mal schauen, ob das über den Äther saust und wohlbehalten bei ihr ankommt. 

Anschließend fahren Manfred und ich den vertrauten Hotel-Aufzug aus dem 22. Stock hinab und genießen unser erstes chinesisches Frühstück seit gefühlten Ewigkeiten - dabei ist das doch erst knapp 12 Monate her, seit ich begeistert mein erstes Tee-Ei in diesem schönen Haus genossen habe. Unsere ersten Schritte führen uns auf leisen Sohlen an einen Tisch am Ende des Frühstücksraumes zu einem Herrn in grünem Shirt, der dort genüßlich seine erste Tagesmahlzeit verzehrt. Thomas, der bereits letztes Jahr mit uns gereist ist, reißt die Augen auf - offensichtlich traut er diesen nicht. Der Herr in Grün wusste nämlich nicht, dass wir ebenfalls bei dieser Pionierreise dabei sein würden, freut sich nun aber sehr über die gelungene Überraschung!

Wie bereits im letzten Jahr fahren wir mit der neuen Gruppe in einem heimischen Bus zu uns bekannten und noch neu zu entdeckenden Lokalitäten. Dass Shanghai seit letztem Jahr von 24 auf 25 Millionen Menschen angewachsen ist, kann ich mir vorstellen. Das räumliche Ausmaß aber (100 km in die eine Richtung und 120 km in die andere) kann ich erst ermessen, als wir eine Halle besuchen, wo die Stadt in Miniaturen bis ins kleinste Detail nachgebildet ist - höchst beeindruckend (das Foto zeigt nur einen Ausschnitt)!

Danach besuchen wir eine bekannte Shanghaier Seidenmanufaktur, die mir bereits im letzten Jahr eine Maulbeerseidenbettdecke eingebracht hat, deren flaumige Leichtigkeit ich nie mehr missen möchte. Und genau dort passiert etwas, was wohl jeder in seinem Leben schon einmal erfahren hat, aber nicht so richtig glauben kann: wir treffen unseren hochgeschätzten chinesischen Reiseleiter Michael aus dem letzten Jahr just in dieser Manufaktur mitten in dieser riesigen Metropole genau zu dieser Uhrzeit zufällig wieder und fallen uns lachend in die Arme. Es ist ein sehr herzliches Wiedersehen und ich muss sagen, dass das doch ein spezielles Erlebnis ist, wenn sich fast 20% einer Gruppe mehr oder wenig zufällig und unabgesprochen exakt ein Jahr nach ihrem Zusammenkommen wiederfindet. Mehr denn je gilt der Satz: Die Welt ist klein.

 

Nun besuchen wir weitere Sehenswürdigkeiten, auch wenn die Regenzeit und ein gewisser Schlafmangel ihren Tribut einfordern. Alle sind tapfer und neugierig auf diese unglaubliche Stadt - und die neuen Mitreisenden. Erste spannende Gespräche mit dem China-Experten Oliver Harms, unserem chinesischen Reiseleiter Yun Chen (genannt Franz) und neuen Bekanntschaften aus der neuen Gruppe Hamburg (neben der zweiten Gruppe Shanghai) lässt uns erwartungsfroh der Dinge harren, die da auf uns zukommen werden.

Der Blick auf den Fluß heute Abend ist wunderschön, hier treffen sich gerade Alt und Neu, während der Pearl Tower neben unserem Hotel bei lauer Nacht in diesigen Nebel eintaucht.


4. Tag, 8. Juli 2018 

Endlich – voller Ungeduld warten wir auf die Ankunft UNSERER Busse. 

Die meisten Mitglieder unserer Truppe wissen natürlich noch nichts von der Tasse mit ihrem Namen, der aufgedruckten Streckenführung und dem kleinen Plüschpanda darin, die auf den ausziehbaren Tischen an ihrem bequemen Sitzplatz steht und die nun jeden Tag während der kleinen Pausen zwischendrin mit frischem Kaffee gefüllt werden wird. Sie wissen noch nichts von den freundlichen Busfahrern, die alle 2 Tage wechseln und mit netten Worten den Tag einleiten, kleine Geschichten erzählen und sie mit jeglicher Hilfeleistung unterstützen und zu einem wesentlichen Bestandteil der Gruppe werden. Sie wissen noch nichts von den Abläufen und Routinen, mit denen die Tage gefüllt werden. ABER – sie freuen sich sichtlich abenteuerlustig auf das Kommende. 

Wir, die wir schon so vieles von alledem wissen, sind schnell in die scheinbare Routine eingetaucht. Speziell während der Kaffeepausen ist vieles vertraut. Dennoch haben wir das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Bis wir merken, was es ist: die Menschen, die Köpfe, die Körper der Menschen, die da vorne ihren Kaffee in die Tassen gießen, sind nicht die vertrauten aus dem letzten Jahr. Es sind die Neuen, an die wir uns nun gewöhnen müssen. Ich spüre da eine gewisse Leere, ein Befremden, aber weiß auch, dass das normal ist und sich im Laufe der Tage mehr und mehr etwas ganz Eigenes verdichten und neu erwachsen wird. 

Trotz des anhaltend vernebelten Tages fahren wir als erstes zum höchsten Turm Chinas, dem Shanghai Tower. Er wurde erst 2015 fertig gestellt. Mit einer Geschwindigkeit von 74 km/h (18-20m/sek.) rasen wir die 632m hinauf – und sind enttäuscht. Wir befinden uns nämlich komplett in Wolken, sehen außer weißen Fensterscheiben nichts. Aber wie immer meint es das Glück dann doch gut mit uns. Innerhalb von Minuten reißen die Wolken auf und wir blicken auf die gigantische Stadt Shanghai hinab. Sehr beeindruckt betrachten wir die kleinen Hochhäuser und die beiden 2. und 3. höchsten Türme Chinas, die direkt benachbart, aber weit unter uns liegen. 

Danach führt die Strecke der kraftstrotzenden schwarzen Neoplane über 500 km gen Norden, parallel zum Gelben Meer. Es regnet sich mehr und mehr ein, Monsunzeit eben. Gut, dass wir einen wunderbaren Reiseleiter dabei haben, der uns perfekt und einfühlsam auf die Reise einstimmt. Wolfgang Pohl versteht es sehr gut, Ängste und Sorgen so manchen „Neulings“ aufzulösen.  Zeitverkürzend sind ebenfalls erhellende Gespräche, die wir mit Oliver Harms, dem China-Experten führen können. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet er vor Ort und ist höchst vertraut mit ökonomischen und politischen Gepflogenheiten aus Vergangenheit und Gegenwart und löst so manche Frage, die wir seit letztem Jahr mit uns herumschleppen. Genauso aber ist auch Franz, unser chinesischer Reisebegleiter bemüht, alle sonstigen Widrigkeiten ins Gegenteil zu verwandeln. Er lotst Ruven, unseren Fahrer, perfekt durch das Straßengewirr (da sonst ja niemand die chin. Schriftzeichen entziffern kann), ordert fürsorglich die richtigen Biersorten für unsere Separees am Abend und tauscht als selbst ernannte Franz-Bank unsere Währungen in chin. Yuan. 

Nach einem Abendessen in einem gigantischen Hotelkomplex sitzen Manfred, Ruven, Christian, der Inhaber der Reisebusse, seine Frau Isabell und ich in der sogenannten Bar (die sich neben dem Kinderspielplatz im Frühstücksraum befindet) und haben einen richtig lustigen Abend miteinander. Endlich! Etwas verdichtet sich. Etwas wächst wieder. Wir kommen an. 


 

Tag 5, 9. Juli 2018 

Heute Nacht Punkt 12 Uhr klingelt plötzlich das Telefon, ein Skype-Bild ploppt auf und Olli, Anna, Eszter und Luci singen ein süßes Geburtstagslied für das heutige Geburtstagskind: Manfred feiert seinen Ehrentag - im Land des Konfuzius. So fängt ein Tag richtig gut an! 

Als ich die Vorhänge gegen 7 Uhr zurückziehe erblicke ich ein Fischerboot auf schlammigem Grund mit einer kleinen hügeligen Insel im Hintergrund. Das Gelbe Meer! Niemand wusste gestern bei der Ankunft, dass wir direkt an dessen Ufer nächtigen würden. Umso mehr sind wir überrascht, auch wenn der Himmel nach wie vor mit schweren Wolken behangen ist. 

Der folgende Weg zum Geburts- und Sterbeort des ehrwürdigen Meister Kong verläuft trotz der knapp 300 km kurzweilig mit Vorträgen zur Bedeutung des Buddhismus inkl. seiner Symbolik, Tieren, Farben, etc. Wolfgang überrascht aber auch unsere Geburtstagskinder mit Kerzen, Küchlein und Geschenken: wir haben nämlich ZWEI Feiernde im Bus, denn auch Isabell, die Frau von Christian unserem Busfahrer, mit denen wir gestern Abend so schön zusammensaßen, feiert ihren Ehrentag. Die Stimmung lockert sich mehr und mehr. 

Auch der Himmel ist uns immer freundlicher gesonnen, sodass wir entspannt in Qufu ankommen können, dem Wirkungs- und Sterbeort von Meister Kong, genannt Konfuzius. Wir speisen zu allererst in einem einfachen Restaurant mit lokalen Spezialitäten. Einige aus unserer Truppe sind sichtlich düpiert von den Verhältnissen im Haus, die in unseren Gefilden keine einzige Hygienevorschrift auch nur im Entferntesten erfüllen würde. Ein paar alte Hasen wie wir aber gemahnen an mildernde Umstände, denn trotz aller irritierender Äußerlichkeiten genießen wir ein rundum bekömmliches Mahl voller Raffinessen und in bunter, schmackhafter Vielfalt. Anmerkung: auch am Abend gibt es keine weiteren nachträglichen Klagen oder Beschwerden irgendwelcher Art, die dieses köstliche Essen betreffen würden. 

Der nun folgende Besuch der riesigen und wunderschönen Tempelanlage des Konfuzius beeindruckt uns alle sehr – trotz des amtlich verordneten lokalen Reiseführers, der uns in miserablem Englisch versucht, die Wirkungsstätte eines der größten Denker der Menschheit näher zu bringen. Wir verzeihen ihm, denn der Ort ist wirklich beeindruckend. Genauso die Friedhoftsanlage der größten Familie aller Zeiten: der Familie Kong. Auf dieser friedvollen, zikadenbezirzten, riesigen Grünanlage ruhen 120 000 Familienangehörige des Konfuzius in einer sehr bewegenden Umgebung voller uralter chinesischer Lebensbäume (Sabina chinesis (L.), bis zu 600 Jahre alt) und steinerner Zeitzeugen (Grabmale, Tiere etc.). Auch das Grab von Konfuzius selbst wird ehrfürchtig von den zumeist heimischen Besuchern bewundert (siehe Foto). 

Kleine, schmucke Geschichten, die wir während des gesamten Tages noch mit vollem Genuss erlebten lasse ich heute Abend weg, da es spät geworden ist – bin aber immer noch erfüllt davon, ihr Lieben da draußen. Vielleicht noch ein kleiner Abschluss zu guter Letzt: in unserem wunderschönen Hotel Shangri-La kredenzt Franz zum Ende eines köstlichen Buffees voller exotischer, undefinierter Leckereien eine Geburtstagstorte für die Geburtstagskinder. Erneut feiern wir in fröhlicher Runde diesen besonderen Tag. Eigentlich wollten Manfred und ich noch hinunter zum Fluß spazieren, um die Pracht an Lotusblüten zu bewundern, die auf der Herfahrt so lockte – das schaffen wir nun nicht mehr. Lasst uns sehen, was der morgige Tag uns bringt. Wir begeben uns nun zur wohlverdienten Ruhe. 


 

Tag 6, 10. Juli 2018  

Der allmorgentliche Blick aus unseren luxuriösen Hotelfenstern gehört momentan zum wichtigsten Ritual auf dieser Reise. Sehnsüchtig warten wir alle auf den ersten Sonnenstrahl, aber der lässt sich noch nicht blicken.

Dennoch, trotz der grauen Himmelsfarbe fällt kein Regen und so dürfen wir in Tai’an unbeschwert bei angenehmer Temperatur eine höchst sehenswerte Tempelanlage besuchen, die einst den höchsten Gottheiten des Daoismus geweiht war. Sehr wenige heimische Besucher schlendern mit uns durch weitläufig verstreute Areale voller uralter Pflanzen. Fasziniert betrachten wir einen 1200 Jahre alten Gingko, aus dessen Fuß rundum kleine Sprößlinge neues Leben aus diesem Fossil gebären. Fast genauso alte Wandmalereien beeindrucken in ihrer Detailtreue und Feinheit in noch nicht vollständig renovierten Tempelhallen. Ich wünsche mir immer mal wieder, die Hand auszustrecken, um diese Zeichnungen zu berühren, als ob dadurch die Zeit überwunden werden könnte und Geschichte zum Jetzt wird. Gut, dass dann doch Gitterstäbe mich vor unüberlegter Handlung abhalten.

Draußen vor den Tempeln steht ein großer Wunschstein, der, wenn man ihn 3x links und 3x rechts herum mit geschlossenen Augen abtastend umkreist, dann einer geraden Linie folgt und den gegenüberliegenden alten Baum erwischt und streichelt, großes Glück verspricht. Wie glatt poliert wirken Stein und Baumstamm von den unzähligen Streicheleinheiten, die Menschenhand im Laufe von Jahrzehnten hier hinterlassen hat. Ein paar Mitreisende versuchen sich nun natürlich – ich werde berichten, ob das versprochene Glück bei den Betreffenden noch während der Reise eintritt.

Gegen Mittag widmen wir uns den lokalen Spezialitäten in einem heimischen Restaurant – einige stöhnen bereits ob der reichhaltigen Genüsse, denen wir täglich ausgesetzt sind. Aber auch hier in dieser schlichten Speisehalle sind alle wieder begeistert von der Vielfalt der unterschiedlichen Zutaten und Würzmethoden, auch wenn wir die gegarten Hähne mit ihren Kämmen lieber links liegen lassen. Übrigens, die Teller und Schüsseln werden trotz der Klagen immer leer geputzt... Und auch hier bemühen sich die Gäste und Mitarbeiter des Hauses, wie so häufig, lächelnd um ein Foto mit uns merkwürdigen Langnasen.

Nachdem das gestrige Geburtstagskind den Verdauungs-Reisschnaps im Bus eingeführt hat, muss das gewöhnungsbedürftige Getränk nun natürlich auch weiter ausgeschenkt werden, diesmal als Stärkung, denn nun erwartet uns unsere heutige Hauptaufgabe: die Ersteigung des heiligsten Berges Chinas, Tai Shan! Gut, ganz so heroisch geht es bei uns dann doch nicht zu, denn auch Profis benötigen für die 6666 Stufen gute 2 Stunden und die alten Kaiser ließen sich gar in Sänften gemütlich hinaufschaukeln, aber bei den fast 400 Stufen, die alleine zu unserer Seilbahnstation hinführen, kommen auch viele von den Unsrigen ins Schwitzen und Schnaufen, denn die Felsen hier sind doch sehr steil. Auch wenn wir uns mithilfe der modernen Gondeln nun in den Wolken befinden, steigen einige Freiwilligen noch weiter hinauf in ein seltsam anmutendes Gemenge aus traditionellen heiligen Tempelgebäuden und moderner Medienaufbereitung inkl. Verkommerzialisierung á la Disneyland. Saftige, wild wachsende Hanffelder verströmen intensiven süßlichen Duft, sodass eine fast unwirkliche Stimmung auf dieser nebeligen Höhe entsteht.

Der Besuch auf dem Berg in 1500m hat viele aus unserer Truppe trotz der Anstrengung sehr zufrieden werden lassen. Müde erreichen wir am Abend unser schönes Hotel in der Millionenstadt Tai’an und genießen an round tables gemeinsam mit der Gruppe Shanghai erneut Köstlichkeiten in einer nun nicht mehr aufzählbaren Vielfalt. Wie immer schaffen es ein paar Unermüdliche für einen letzten Umdrunk in die Bar. Xiéxie!


Tag 7

11. Juli 2018

 

 

Christian, unser heutiger Fahrer klärt uns zu Fahrtbeginn stolz über alle Maße, Fassungsvermögen, Kosten und sonstigen Details über den König der Busse, den unsrigen, auf. Eigentlich dürfen wir uns wie Kaiser in exquisiten Sänften fühlen. Hier ist immer für das gesamte Wohlbefinden gesorgt.

 

Anschließend nutzt Wolfgang die Gunst der Fahrt, um uns mit der zeitgeschichtlichen Entwicklung der Erde vertraut zu machen. Dies hilft uns, geologische Gegebenheiten, Felsformationen oder Pflanzenerscheinungen in unserer jeweiligen Umgebung einzuordnen. Erstaunlich für mich, wie interessant das sein kann.

 

Hatte ich gestern nicht von Glück gesprochen? Nach einer kurzweiligen Fahrt geschieht es: der Himmel reißt auf und die Sonne lacht uns an – dies, während wir uns gerade auf dem größten Brückensystem der Erde befinden (mehr als 40km Länge), also mitten auf dem Gelben Meer, kurz vor der 8 Millionenstadt Quingdao. Es ist immer wieder schön anzukommen. Also freuen wir uns auf unser Hotel, welches mit seinem drehbaren Restaurant schon von Weitem aus der Uferbebauung hervorleuchtet.

 

Ich weiß nicht, wie hier im Land die Sternevergabe geregelt ist, aber diesmal muss der zuständige Beamte einen Doppelsehfehler gehabt haben, denn statt der 5 Sterne würde ich höchsten 2,5 vergeben. Da sich - zum Beispiel - die schrammelige Badezimmertür von innen nicht mehr öffnen lässt, führt das zu manch spannender Situation. Aber ich will nicht lange klagen, der kleine Spaziergang am Meer, kurz vorm Schlafengehen wirkt cooling down.

 

Glück Nr. 2: beim Rangieren des bereits entladenen Busses platzt plötzlich ein Reifen, als Christian bei der engen Hoteleinfahrt über den Bordstein fahren muss. Weshalb ich von Glück spreche? Weil ich mir gar nicht auszudenken wage, was passiert wäre, wenn dieses Missgeschick irgendwo draußen in den menschenleeren Weiten der Mongolei oder auch nur mitten in der dicht befahrenen Stadt passiert wäre.

 

Ach ja, da fällt mir noch ein, dass es auch hier eine Bar im Hause gibt. Wie aus dem Nichts trudeln nach und nach die Schlummertrunksuchenden ein und gesellen sich zu uns. Mehr und mehr Ledersessel werden umgruppiert, bis auch das zu einem natürlichen Ende führt. Erstaunlich ist die Erfahrung, die wir schon so häufig gemacht haben, dass es wirklich beschwerlich ist, ein Getränk zu ordern. Es liegt nicht an den sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten alleine (Englisch wird sehr selten gesprochen), oft ist die Überforderung an den Gesichtern abzulesen, wenn ein zusätzliches leeres Glas benötigt oder gar ein Cocktail gewünscht wird. Zumeist sind die Zutaten nicht vorhanden, sodass am Schluss das Bier die letzte Rettung bleibt. In diesen netten Bar-Runden finden die besten Gespräche statt, deshalb MÜSSEN wir sie natürlich immer wieder aufsuchen.

 

 

 


 

Tag 8

12. Juli 2018

 

Eine lokale Stadtführerin bemüht sich heute, uns das koloniale Erbe Qingdaos näherzubringen. Ich bin aber sehr froh, dass wir stattdessen wieder Oliver bei uns haben, der im täglichen Wechsel mit der Gruppe Shanghai seinen letzten Tag bei uns verbringt. Sein Wissen ist unerschöpflich und wir dürfen ihn löchern, was das Zeug hält. So lernen wir an der deutschen protestantischen Kirche, dass die dort auf dem Vorplatz drapierten Brautpaare, die sich aufwändig fotografieren lassen, noch längst nicht verheiratet sind. Der echte Trauungstermin liegt noch Monate oder Jahre in der Zukunft bzw. findet manchmal gar nicht mehr statt, da das Paar längst wieder getrennt ist. Alle Vorbereitungen jedoch müssen vor dem Fest mit viel Geld und Aufwand getätigt sein.

 

Als wir neben dem Strand Nr. 1 (es gibt für Strände nur Nummerierungen und Nr. 1 ist einer der bekanntesten Nordchinas) eine weitere Touristenattraktion besuchen (Landungssteg), wundern wir uns, dass wir tatsächlich unter einem dichten Gedränge von Abertausenden von Touristen die einzigen westlichen Besucher sind und selber zur Attraktion werden. Unzählige Fotowünsche werden erfüllt, offene und versteckte, denn von überall sind Handys auf uns gerichtet, die uns im Vorbeiflanieren mitfilmen.

 

Die ehemalige deutsche Kolonie hat Qingdao trotz ihrer kurzen zeitlichen Präsenz stark geprägt. Die teils prächtigen Kolonialbauten stehen teilweise unter Denkmalschutz während ständig neue Monumentalgebäude die rotbedachten Erinnerungen umzingeln. Am meisten aber wird der deutsche Einfluss für immer durch etwas sehr Wichtiges erhalten bleiben: der Gründung der Brauerei Tsingtao (1903), die weltweit als DIE chinesische Biermarke gilt. Schnell werden wir so richtig schön touristisch durch die Museumsanlage geschleust, genießen aber das naturtrübe Probebier, welches zwar kaum an das Freiburger Feierling herankommt, aber trotzdem mundet.

 

Mehr und mehr nähert sich der Abflug von Oliver, was uns richtig ärgert, denn er ist der bisher beste Experte, den wir auf unseren China-/ZEITreisen dabeihatten. Wir sind immer an seiner Seite, da er zu allen Themen historisch und aktuell beitragen kann, was wir wissen wollen – alles bestens aufbereitet. Auf unsere Bitte hin erklärt er sich spontan bereit, noch einen letzten kleinen Vortrag über die Seidenstraße zu halten. Mit gepacktem Koffer sitzt er dann mit uns in unserer Bar, wieder mit umdrapierten Ledersesseln, wieder mit sich stetig vergrößertem Radius, bis die Plätze alle voll sind. Nach 1,5 Stunden muss er sich dann verabschieden. Sehr, sehr, sehr schade. Auf das Wiedersehen in Hamburg am letzten Reisetag freuen wir uns schon jetzt.

Eigentlich wollte ich nicht mehr über unsere Mahlzeiten berichten, um niemanden zu langweilig. Aber die Überraschungen nehmen nicht ab und so schildere ich kurz, dass wir am Abend original koreanisch speisen. Wieder neue Geschmacksnuancen, wieder neue Zubereitungsarten, wieder neue Freude.
An diesem Abend fallen wir aber tatsächlich sofort in unsere Betten. Trotz der hohen Feuchtigkeitsdichte im Raum schlafe ich tief und traumlos.

 


Tag 9

13. Juli 2018

Endlich fahren wir Richtung Peking - nur noch letzte 650 km.

Nach einem guten Frühstück im drehenden Turm mit "Tigerhaut-Tee-Eiern" verbringen wir den Tag mit viel Schlaf, kleinen Zwischenvorträgen über das Dasein im sozialen Miteinander und dem maroden Gesundheitswesen Chinas anhand vieler lebensnaher Episoden aus dem Leben von Franz und steuern das Westin vor den Toren Pekings an. Ich wage es kaum auszusprechen, aber erneut ist das Abendessen ein Highlight. Das moderne Haus hat extra für uns ein Buffee angerichtet und bietet uns zu Ehren Diverses mit den Zusätzen "Deutsch" an, also Kartoffelsuppe, Kartoffelpuree etc., aber auch Sushi (für unsere Yoko?) und sonstige Extravaganzen. Wir danken und ziehen uns jetzt in die Bar zurück ;-)

 

Mit Hanne und Yoko aus Hamburg haben wir die richtigen gefunden, um einen fröhlichen Abend mit lieben Menschen zu verbringen. Zwei chinesische Musiker spielen im Hintergrund Chillout-Musik, bis wir dann doch erschöpft, aber zufrieden in unser riesiges Bett fallen.


Tag 10

14. Juli 2018

Gerne vertreten wir uns die Füße in der historischen Umgebung einer Millionenstadt kurz vor Peking, bevor wir endlich einen offiziellen Höhepunkt der Reise erreichen: die "Hauptstadt des Nordens", Beijing. 25 Millionen Menschen sollen hier leben; dennoch wirkt die Skyline im Verhältnis z.B. zu Shanghai bescheiden. Die Wolkenkratzer kratzen hier nicht wirklich an den Wolken, der höchste Turm der Stadt ist sichtbar noch im Bau, überragt alle anderen, hat aber nur etwas mehr als 500m nach oben geschafft. Wer möchte, vergleiche das gerne mit dem Shanghai Tower, den wir zu Beginn der Reise bezwangen. Dennoch herrscht hier eine andere Betriebsamkeit als gewohnt. Der Autoverkehr hat deutlich zugenommen, auch wenn dies durch die hohe Anzahl an Elektrofahrzeugen nicht so auffällt oder störend wirkt. Der Geräuschpegel hält sich durch die leisen Motoren sehr in Grenzen. Der Chinese an sich ist da bedeutend lustvoller im Umgang mit Lautäußerungen und Lautstärke. Gerne ruft er mit klarer Stimme über Menschenmengen hinweg, um sich bemerkbar zu machen. Chinesische Reiseleiter nutzen bevorzugt Mikrophone aller Art, um die benachbarte Reisegruppe zu übertönen. Verschnupfte(?)  Männer, Frauen und Kinder ziehen gewandt und mit aller lautmalender Energie die letzten Schleimreste aus Lunge und/oder Magen und entleeren sich dann genüßlich und möglichst laut auf dem Pflaster. Das Leben ist mitten unter uns ;-)

Und wir in ihm, denn mit all den Menschenmassen ziehen wir nun aus südlicher Richtung kommend in den Himmelstempel ein, genau wie einst die Kaiser, die sich hier als Abkömmlinge des Himmels mittels Opfergaben und Ritushandlungen regelmäßig wieder mit ihm verbanden oder für seine Himmelsgaben (wie zB die Ernte) beteten oder dankten. Wir schreiten die Marmorwege entlang und versuchen uns in die einstige Zeit hineinzufühlen. Die Zahl 9, die als Kaiserzahl gilt, begegnet uns hier überall. Faszinierend die kobaltblauen Ziegel, die die Himmelsfarbe versinnbildlichen und vor allem all die hervorragend restaurierten Wandbilder, die in der Ming-Zeit entstanden. Im Zentrum der riesigen Anlage kann sich jeder Besucher auf eine kreisrunde Marmorplatte stellen und von sich behaupten, nun im Zentrum der Welt zu stehen, das Zentrum der Welt zu sein - denn genau hier war der kaiserliche Ort.

Als ich dieser Tage vom Glück sprach, welches uns plötzlich so bereitwillig folgt, vergaß ich zu erwähnen, dass man mit seinen Glückswünschen manchmal vorsichtig umgehen sollte. Der Traum von der Sonne kann sich nämlich schnell in einen Fluch verwandeln. Bei bedecktem Himmel sind auch relativ hohe Außentemperaturen halbwegs erträglich. Verflüchtigen sich die Wölkchen aber mehr und mehr, können Menschen schnell an ihre körperlichen Grenzen stoßen. Ein Blick in die verschwitzten und erschöpften Gesichter (nicht nur meines) zeigt, das sich die Kaiserstadt Beijing besser nicht immer von ihrer allerbesten Seite zeigen sollte. 

Rüsten wir uns hinter den kühlen Glasfronten des Hotels (bei dem der Beamte diesmal mit klarem Blick seine 5 Sterne vergab) nun besser für den morgigen Tag, der uns ganz sicher noch mehr fordern wird - wir machen hier ja keinen Urlaub und sind auch nicht auf einem Ponyhof.


Tag 11

15. Juli 2018

 

Auf gehts, zum intensivsten und spannendsten Tag in Peking.

Bevor wir uns Schritt für Schritt den kaiserlichen Gefilden im Sommerpalast nähern, müssen wir diverse Hürden überwinden, wie alle anderen Menschen und Drachen seit Jahrhunderten auch: Hitze, Wassermangel (Flaschen vergessen), Dämonenschranken an den Toren, Fabelwesen mit Drachenköpfen, Löwenschwanz, Ochsenhufen, Rehgeweih und Schuppen überall am Körper. Direkt vor dem Kaiserthron, wo der Himmelssohn seine Minister einst zusammenrief, tummeln sich nun die "Untertanen" einer roten Flagge mit 5 Sternen und richten genau wie wir ihre Handys zu den überaus prachtvollen Palastgebäuden, um diesen Moment festzuhalten. Wir schreiten durch einen hölzernen Wandelgang, der über viele hundert Meter entlang des über und über mit Lotusblüten bedeckten Sees führt und mit kleinen kunstvollen Geschichten bemalt ist, um den Kaiser und seine Konkubinen beim Spaziergang bei Laune zu halten. Wir erreichen am Ende das berühmte marmorne Schiff, welches in der Lage ist, nie zu sinken - aber auch nie voranzukommen. Nichts im Leben ist vollkommen...

Auf dem Weg zur Verbotenen Stadt überqueren wir den Tianmen-Platz. Maos Mausoleum lassen wir links liegen, fühlen uns von Unmengen Kameras auf den umliegenden Regierungsgebäuden beobachtet. Man gewöhnt sich ganz schnell daran. Unter Maos riesigem Porträt hindurch bewegen wir uns auf die unterschiedlichen Hallen der Harmonie zu, natürlich wie immer vorher komplett kontrolliert; ab durch den Scanner. Franz klärt uns rechtzeitig darüber auf, dass wir mit unendlichen Menschenmassen zu rechnen hätten, die ebenfalls die wenig verbliebenen Denkmäler der Vergangenheit bewundern möchten. Es sind täglich höchstens 80.000 Besucher auf der gesamten Anlage zugelassen.

Ich wage es kaum zu sagen, aber auch heute haben wir das Glück gepachtet. Erwartungsvoll nähern wir uns den Sehenswürdigkeiten und werden völlig überrascht: die Plätze sind menschenleer. Des Rätsels Lösung: zufällig werden zu dieser Stunde Staatsbesucher erwartet (die Limousinen sind teilweise schon vorgefahren), sodass auch wir - sicherlich aufgrund unseres staatsmännischen Auftretens - frei das Gelände bestaunen und zum großen Teil betreten können.

Ich gehe nicht auf die historische Bedeutung der Plätze ein und auch nicht auf den Stellenwert, den all diese Kulturschätze heutzutage einnehmen. Es sind die kleinen Dinge, die mich jetzt erfreuen, die lebendig sind und das Leben zeigen; so freue ich mich über Yoko, die sich spontan zu den tanzenden Damen auf den Vorplatz gesellt und den Drachen taumeln lässt oder die Spaziergängerin, die sich von der Dame mitreißen lässt, die einen kleinen Kassettenrekorder angeschaltet hat und ihre ausgebildete Sopranstimme zu der Konserve über den Platz erschallen lässt.

Der gesamte Tag ist aufregend, anregend, anstrengend, aufwühlend, berührend, schweißtreibend, an Grenzen bringend - alles in allem wunderbar.

Was fehlt als wichtiges Highlight in Beijing? Die Ente! Diese traditionelle Köstlichkeit genießen wir ermattet in einem einfachen Lokal, wo wir die glänzenden Leiber mit der knusprigen Haut vor unseren Augen fachgerecht filettiert aufgetragen bekommen und darin eingewiesen werden, wie wir die Stückchen verkosten müssen (eingewickelt in zarte Fladen, die mit Sößchen und zartem Gemüse bestückt werden). Ich freue mich über den köstlichen Geschmack, mit dem ich so nicht gerechnet hätte.

Erstaunlich am heutigen runden Tisch ist, wie der kredenzte Schwarzhirseschnaps mit einem Schlag müde Geister erweckt, Zungen löst und zu nicht endendem Gelächter führt. Was seid ihr doch für tolle Typen, ihr alle an unserem Tisch!

Wirklich müde schleppen wir uns am Ende durch die Hotellobby, aber wie gesagt: das hier ist kein Ponyhof, nein, wir treffen uns nun gegen 21 Uhr NEBEN der Champagner-Bar zu einer Fragestunde mit einer ganz frisch ernannten jungen ZEIT-Korrespondentin, die künftig für verschiedene Ressorts in China Verantwortung trägt und ihre persönliche Geschichte ein wenig darstellt. Schön die Verbindung zu Freiburg, unserer Heimatstadt, in der die junge Frau als Kind von Chinesen aufgewachsen und in Wittnau zur Schule gegangen ist. Da sie erst seit 3 Wochen vor Ort ist, kann sie die aufkommenden Fragen noch nicht wirklich beantworten. Es kommt auch kein weiterer Diskussionsbedarf bei den wenigen verbliebenen Zuhörern auf, also wünschen wir uns nun einfach eine gute Nacht!

 


Tag 12

16. Juli 2018

Schlaftrunken heben wir am Morgen unsere Köpfe. In regelmäßigen Abständen klopft es gemütlich ans Fenster. Was? Regen? Macht nichts. Wir haben ja heute unseren freien Tag. Wie bitte? Freier Tag? In einer Anwandlung von kühner "Abenteuerlust" haben wir uns wie so viele andere aus den Gruppen Hamburg und Shanghai zu einem gebuchten Tagesausflug hinreißen lassen. Irgendwie fürchteten wir wohl, uns in der riesigen Metropole ansonsten nicht zurechtzufinden und Zeit bei der Suche nach etwaigen Zielen zu vergeuden. Das Hauptproblem: die unleserlichen Schriftzeichen ;-)

Also gut. Da auch hier der Reiseleiter Franz heißt und tatsächlich der unsrige ist, begeben wir uns gemeinsam genüßlich zurückgelehnt auf eine Rikschafahrt durch die traditionellen Altstadtbereiche Beijings, den sogenannten Hutongs. Als die Mongolen Beijing einst als Hauptstadt besiedelten, bauten sie rund um kleine Wasserbrunnen (übersetzt: Hutong) Innenhöfe, um die herum Häuser errichtet wurden. Der Name ist geblieben, die Anlagen auch, allerdings läßt ein erster Blick in die schmalen Gassen erahnen, dass das Leben hier nichts zu tun hat mit dem in den gleißenden Hochhäusern auf der anderer Straßenseite. Wir lassen uns von der Ruhe und den kleinen Überraschungen am Wegesrand gerne mitnehmen. Ein Fleischwolf an der Außenwand eines Hauses, ein abgesessener Sessel davor, kleine Gürkchen, die sich an einem Seil die Wand emporhangeln, Bienchen (!), die eine Blüte bestäuben, Fahrzeuge, bei denen man sich die Augen reibt, da sie trotz einiger für uns unerklärlicher Äußerlichkeiten fahren, verstaubte und komplett verdreckte Fensterscheiben, die Mode á la Paris anbieten. Gegensätze, die uns faszinieren.

Nun lassen wir uns wieder von der Moderene einfangen. Zügig geht es zum Kurzbesuch auf das Olympiagelände von 2008.

Auch hier wiederholt sich das chinesische Prinzip, den Himmel als Kreis und die Erde als Viereck darzustellen. So sind das architektonisch beeindruckende Vogelnest (zentrale Sportstätte) und die komplett blau eingepackte Schwimmhalle direkte Nachbarn auf dem weitläufigen Gelände mitten in der Stadt.

 

Da die Küche im Norden Chinas etwas eintöniger wird, macht es uns nichts aus, nach dem Mittagessen direkt ein Lama-Kloster zu besichtigen. Am Eingang appelliert ein mehrsprachiges Schild an Frieden, gehalten in Mandschurisch, Chinesisch, Tibetisch und Mongolisch. So unterschiedlich entwickeln sich Schriftzeichen, ein wunderbarer optischer Vergleich. Unser Ziel ist es, die Haupthalle am Ende der Klosteranlage zu betreten, denn dort steht ein imposanter Weltrekord-Buddha. Es ist nicht seine Höhe von 18m, die uns gleich mit offenem Mund erstaunen lässt, es ist seine Konsistenz. Komplett aus Sandelholz gearbeitet, musste dieses Geschenk über 3 Jahre aus Tibet hierher transportiert werden, um mit seiner goldfarbenen Strahlkraft die Gläubigen zu entzücken. Aber tatsächlich nicht nur diese.

 

Innerhalb von Sekunden verdunkelt sich beim Verlassen der Anlage der Himmel und genauso schnell ergießen sich kübelweise Wassermassen auf unsere Häupter. Aber als vom Glück Verfolgte ist – zack, zack, wie unser Guide uns immer wieder einbläut – der Bus wie von Zauberhand schon vorgefahren und bringt uns wohlbehalten nach Hause.

 

Da einige aus den Gruppen einen Pekingoper-Besuch gebucht haben, gehen wir zum Abendessen getrennter Wege. Wer steht vor der Hotelhalle, als wir uns versammeln? Oliver Harms, unser vermisster ZEIT-Experte hat sich spontan zu uns gesellt, um mit uns zu speisen. Er wusste von unserem Wunsch, ihn erneut zu treffen und hat sich auf den Weg gemacht. Chapeau!

 

Einige behauten, dass wir heute Abend im fußläufig zu erreichenden Restaurant die besten Mahlzeiten der gesamten bisherigen Reise zu uns genommen haben. Das stimmt, liegt vielleicht aber auch am Pflaumenwein (42°), der die Herzen einiger Teilnehmer erwärmt.

 

Beschwingt gehen wir zurück, stapfen unerschrocken durch knöchelhohe Wasserlachen, da eben erneut tonnenweise Regen über uns verteilt wurde. Innerhalb weniger Minuten ist auch dieser Spuk vorbei.

 

Und erneut erwartet uns ein Höhepunkt: Frank Sieren, ein weiterer hochkarätiger China-Experte, der ebenso wie Oliver in Beijing lebt, steht in Shorts in der Lobby und umarmt herzlich Freunde und Bekannte von vergangenen ZEIT-Reisen. Große ZEIT-Familie, denke ich mir. Erneut sind wir zu einem Abendvortrag eingeladen, bei dem beide Experten zu Wort kommen werden. Frank Sieren entschuldigt seine extravagante Abendrobe damit, dass er mit dem Fahrrad vorfahren musste – bei Regenschauern der Art, wie wir sie selber gerade miterlebt haben, bricht der Autoverkehr in der Metropole gewöhnlich unverzüglich zusammen und so gibt es kein Fortkommen mehr. Leichter schlängelt man sich da mit dem Zweirad durch die Staus.

 

Aber nun lauschen wir einem Feuerwerk an neuen aktuellen Informationen zu den rasanten Entwicklungen in unserem Gastgeberland. Wenn die Einschätzungen Sierens stimmen, wird sich die gesamte Welt von China ausgehend schneller verändern, als alle Spekulationen bisher vermuten ließen. Wir haben schließlich heiße Ohren, als wir uns zu später Stunde zurückziehen. Ausnahmsweise überlassen wir die Bar diesmal den anderen und gehen erfüllt von den Eindrücken zu Bett.

 


Tag 13

 

17. Juli 2018

 

Wir wolln die Mauer sehn, wir wolln die Mauer sehn!

Klar, das gehört zu jedem ordentlichen Chinareiseprogramm dazu. Jeder muss einmal auf ihr gestanden haben, das wusste bereits Mao – erst dann ist man ein Mann, so verkündete er. Ah ja...

 

Auf dem Weg nach Datong werden wir an Bord unseres großen Autos von Wolfgang und Franz fleissig kulturgeschichtlich hinsichtlich der chinesischen Mauer aufgeklärt. Aus Einzelgesprächen höre ich heraus, dass einige Teilnehmer voller hoher Erwartung nach diesen mythenumwobenen Gemäuern ausspähen; eine Begehung gehört dazu, wenn man in der Welt herumgekommen sein will.

 

Der Blick aus dem Bus ist ernüchternd. Noch erkennen wir die Umrisse wunderschöner kegelförmiger grün bewaldeter Bergformationen, dann aber verliert er sich, der suchende Blick, mehr und mehr in diesigem Nebel. Aufkommender Regen vernebelt dann auch Stück für Stück die Laune. Bei 23° C nutzen irgendwann Schirme und bunte Regencapes nichts mehr. Ein Gruppenfoto mit ausgerolltem ZEIT-Banner gelingt auf den glitschigen ausgetretenen Steinplatten der berühmten Mauer (die man ja in Wirklichkeit als chinesische MauerN bezeichnen müsste) nur mühsam und es schaffen auch nicht alle Teilnehmer komplett dabei zu sein. Also verziehen wir uns in ein rettendes kleines Cafe, von wo wir einfach in den Nebel starren, Touristen beobachten, scherzen und bunte Schirme oder schöne Gesichter fotografieren können. Der Verlauf der Mauer bleibt uns nur schemenhaft in Erinnerung. Ich bin froh, bei der letztjährigen Reise eine andere Erfahrung gemacht zu haben.

 

Wie es so kommen muss – wir verlieren trotz vielfacher Vereinbarungen ein Gruppenmitglied. Bei diesem Wetter macht es keinen Spaß, Zeit mit warten und suchen zu verlieren, aber ich denke immer daran, dass es irgendwann ja auch mich treffen könnte und die anderen aus irgendwelchen Gründen auf mich warten müssten. Also bleibe ich geduldig.

Nach ein paar Stunden Fahrt Richtung Datong ändert sich deutlich die Landschaft. Nach fruchtbaren Ebenen voller kleiner Parzellen mit reichlich Gemüse- und Früchteanbau wird es langsam karger, aber auch spannender, vor allem aber wettermäßig heller und viel freundlicher.

Als sich unsere beiden Busse Richtung Hotel zubewegen, erkennen wir schon von weitem, das vor unserer etwas heruntergekommenen Unterkunft ein Aufgebot an bunt gekleideten Menschen aufgestellt ist. Beim Ausstieg ertönen kraftvolle Perkussionsklänge und ein von einer energischen Dame geleitetes Frauenensemble spielt und tanzt uns ein Willkommen, dass es eine wahre Freude ist. Während wir zum Mittanzen aufgefordert sind, versammeln sich mehr und mehr Einheimische, um dem Spektakel beizuwohnen. Eine schöne Geste! Während des Essens zeigen vier junge Musikerinnen auf alten Instrumenten ihr Können. Dass sie parallel gerne Musik aus der Konserve zur Begleitung ihrer eigenen Musik verwenden ist mir nun schon öfter auch in Parks und öffentlichen Anlagen begegnet. Ihr eigenes Können ist jedoch meist auf hohem Niveau angesiedelt.

Freunde der Nacht, für uns ist nun das Ende des Tages angesagt.

 


Tag 14

 

18. Juli 20118

 

Unser heutiger Datonger Guide ist ein echter Lokalpatriot. Stolz erzählt er uns von der guten Luft in seiner Stadt, während wir an rauchenden Schloten und dampfenden Kohlekraftwerken Richtung nächstes Weltkulturerbe brausen: einem hängenden Kloster. Tatsächlich scheint sich die Stadt im aufstrebenden Modus zu befinden; die Geisterstädte, die auch hier rundum entstehen, sind sichtlich von Bauarbeitern bevölkert, Brückenpfeiler für Hochgeschwindigkeitszüge wachsen meilenweit sichtbar aus der Landschaft heraus, aus kleinen Maisparzellen, die zuvor vielleicht eine oder zwei Familien ernährten, werden hier große, so wie wir sie aus dem Süden Deutschlands kennen.

 

Mit starkem Sonnenschutz ausgerüstet nähern wir uns, den Kopf permanent in den Nacken gelegt, dem wie Schwalbennester in Sandstein eingebetteten Hängenden Kloster Xuankong Si, welches wirkt als hätte es sich in den Steilhang eines Heiligen Berges hineingeschmiegt. 40 winzige Hallen sind entlang der Wand auf Holzträgern ruhend in teils natürliche Felseinbuchtungen gebaut. Sicherlich auch dem schönen Wetter geschuldet sind hier heute schon viele Touristen eingetroffen, die sich alle geduldig anstellen, um die Stufen nach oben zu erklimmen. Es darf immer nur eine bestimmte Anzahl an Menschen durchgelassen werden, da die Stufen stark abgenutzt sind und die Wege sehr eng und steil werden. Absicherungen nach unten gibt es nicht; viele haben  daher große Sorgen, wieder heile unten anzukommen. Es schaffen aber alle.

 

Nächstes Tagesziel sind die Yungang-Grotten. Sie gehören zu den wichtigsten Zeugnissen der buddhistischen Steinmetzkunst und führen uns 1500 Jahre zurück in die Vergangenheit. Vorbei an den fast erleuchteten Elefanten mit ihren 6 Stoßzähnen stellen wir uns nun selber unter den goldenen Baum der Erleuchtung. Mal sehen, ob das wirkt... Eine komplett nachgebaute prachtvolle Klosteranlage muss durchschritten werden, bevor wir das letzte Weltkulturerbe des heutigen Tages anschauen dürfen, die Buddha-Grotten. 51.000 große (17m) und kleine (2,5cm) Buddhas warten auf uns. Da wir jedoch schon so richtig spät dran sind, konzentrieren wir uns auf die Details von einigen wenigen schönen Exemplaren. Manfred und ich haben im letzten Jahr bereits 2 der 3 existierenden Grotten besichtigen können, aber diese Anlage hier beeindruckt mich am meisten. Höhlenhallen wie Kathedralenschiffe. Die Grotten sind teilweise bis unter die Decke mit Buddhas, Symbolik oder Szenerien aus dem Alltag bestückt. Die Farbgebung mithilfe von Muschelkalk, Lapislazuli, Mineralien oder Kohle ist ebenfalls zu einem guten Teil im Original erhalten geblieben, also über 1500 Jahre alt, sofern das Sandgestein selbst nicht der Verwitterung anheim gefallen ist. Datong hat bei dieser Anlage alles gegeben. Ein entspanntes Dahinwandeln bei langsam versinkender Sonne, leeren Plätzen und angenehmen Temperaturen versüßen uns den erlebnisreichen Tag.

Abendessen ist langweilig; heute verzichten wir einfach mal darauf.

 


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Kommentare: 13
  • #1

    Gudrun (Freitag, 06 Juli 2018 10:00)

    Ihr Lieben,

    die Reise geht gut los! Alles Liebe zum Hochzeitstag. Ich wünsche Euch, Antworten auf Fragen zu finden, die Ihr Euch noch gar nicht gestellt habt.
    Und einfach Bereicherung.
    Schön, dass Ihr uns hier im deutschen Alltag auf Eure aufregende Reise mitnehmt.

    Liebe Grüße
    Gudrun

  • #2

    Birgit (Freitag, 06 Juli 2018 19:56)

    Lieber Bruder, liebe Schwägerin,

    alles Gute zum Hochzeitstag.
    Wenn es so losgeht, kann es ja nur besser weitergehen.
    Viel Spaß und kommt gesund wieder zurück

    Alles Liebe
    Birgit

  • #3

    Anna (Sonntag, 08 Juli 2018 11:33)

    Schon jetzt wieder so schön mitreißen zu dürfen. Habt eine tolle Zeit ❤️

  • #4

    Ute (Montag, 09 Juli 2018 12:16)

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Gebiurtstag lieber Manfred, laß Dich feiern (wir sind sicher das Du das tust :-) )und genieße die Eindrücke an diesem besonderen Tag. Ansonsten genießen wir es wieder sehr an Eurer spannenden Reise soweit teilzunehmen wie es der Blog zuläßt. Ganz liebe grüße vom See Ute und Günter

  • #5

    Anke (Montag, 09 Juli 2018 13:42)

    Alles Liebe euch und für Manfred auch noch einen erlebnisreichen und schönen Geburtstag.... wenn ich richtig informiert bin!!
    Wunderschöne Bilder und Texte... ich fühle mich quasi wie auf dem Sitz neben euch!!! Liebste Grüße, eure Anke

  • #6

    Gudrun (Montag, 09 Juli 2018 21:31)

    Ihr lieben Reisenden,
    hier noch ein Tipp von Meister Kong (Konfu-Tse): "Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen."
    Der war schon schlau. Aber ich glauber Ihr seid es auch.
    Und dann noch ein Dankeschön an Meister Mie (Mie-Tse) oder war es Picasso?: "Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen."
    Gute Weiterreise :-)
    Gudrun

  • #7

    Gudrun (Mittwoch, 11 Juli 2018 00:04)

    Ihr Lieben,
    wenn ich mir die Fotos so anschaue, drängt sich mir eine Frage auf: Haben die armen chinesischen Kinder alle denselben Friseur? Oder gehört es zum allgemeinen Usus, beim Haareschneiden einen Topf zu verwenden? Da mir dieser Haarschnitt aus mitteleuropäischen Lebenswelten wohlbekannt ist, lerne ich heute: Bei aller Liebe zu ihren Kindern, wenn es um Frisuren geht, sind Eltern weltweit wohl eher pragmatisch veranlagt.
    Lieber Gruß
    Gudrun

  • #8

    Silke (Mittwoch, 11 Juli 2018 06:32)

    Wie wunderbar liebe Claudia, dass du uns wieder mitreisen lässt....dieser morgendliche Nebel, die Sonne, die sich doch ihren Weg bahnt, diese liebevoll beschriebenen Details, es ist schön, "dabei" sein zu dürfen. Liebe Grüße, Silke Klimm

  • #9

    Heike (Mittwoch, 11 Juli 2018 13:33)

    Ich bin auch dieses Jahr wieder sehr gerne mit "Euch zusammen unterwegs" und lese genüsslich Dein Reisetagebuch. Es ist wunderbar. Liebe Grüße Heike Schwelm

  • #10

    Brigitte Sautermeister (Mittwoch, 11 Juli 2018 18:54)

    Ich freue mich sehr auf die weiteren Blogbeiträge sowie die tollen Bilder und wünsche eine schöne Reise mit vielen Eindrücken! Bin sehr gespannt auf die Erlebnisse auf dieser wirklich besonderen "Expedition"
    Herzliche Grüße vom Hotzenwald
    Brigitte

  • #11

    Lisel (Donnerstag, 12 Juli 2018 15:37)

    Ja Hallo Du Weltenbummlerin

    Mit großer Freude reise ich ein wenig mit Euch mit, wenn ich Deine Blogeinträge verfolge. Du hast eine bemerkenswerte Art uns an Eurer Erlebnisreise teilnehmen zu lassen. Die Lebendigkeit in Deinen Zeilen macht schon jetzt richtig neugierig auf den nächsten Beitrag.
    Ganz herzlichen Dank dafür.

    Liebe Claudia, ich wünsche Dir alles was Du Dir für Deine Reise wünschst, und ich freue mich schon jetzt auf unser Wiedersehen.
    Fühle Dich aus der Ferne mal ganz lieb gedrückt.
    Auf bald wieder, Lisel

  • #12

    Gudrun (Freitag, 13 Juli 2018 23:29)

    Ihr Lieben,
    Essen ist nicht wirklich wichtig. Hahahaha.
    Natürlich doch.
    Also: Eine Challenge für Euch. Bringt bitte 3 Eurer Lieblingsrezepte mit.
    Und kocht sie für uns (sofern keine Hühnerfüße, Entenköpfe oder Welpen darin vorkommen).
    Das finde ich durchaus angemessen. Schließlich sitzen wir hier in Deutschland und unser Highlight ist die WM. Allez les Bleus Blances Rouges und liebe Grüße.


  • #13

    Gudrun (Sonntag, 15 Juli 2018 21:37)

    Ihr Lieben,

    mit dem Glück und den Wünschen ist es also so eine Sache, q.e.d.
    Die Lösung ist also wunschloses Glück. Und ihr habt es. Im Mittelpunkt der Welt zu stehen, wer kann das schon von sich sagen? Ihr steht jedenfalls auch im Mittelpunkt von vielen guten Gedanken. Schön, dass so viele mit Euch reisen :-)
    Ich drücke Euch
    Gudrun